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Black Friday Branding: So werden Deal-Jäger zu Stammkunden

Black Friday Branding: So werden Deal-Jäger zu Stammkunden

Black Friday bringt dir Kunden für einen Tag. Mit Branding bleiben sie.

Hey Brand-Fan,

wir müssen mal kurz über Black Friday reden. Die meisten Kunden, die du dir da mit Rabatt holst, siehst du nämlich nie wieder.

Ometria hat sich die Black-Friday-Daten seiner Retail-Kunden angeschaut, und die Zahlen sind ehrlich gesagt ziemlich ernüchternd: Von allen, die am Black Friday 2024 zum ersten Mal bestellt haben, haben gerade mal 4% innerhalb von zwölf Monaten nochmal gekauft. Und von diesen 4% kamen 75% erst zum nächsten Black Friday zurück. 🫠

Laut derselben Auswertung kommen Black-Friday-Kunden sogar 6x seltener wieder als andere Neukunden.

Real Talk: Mit 30% Rabatt holst du dir in den meisten Fällen Deal-Jäger, die beim nächsten guten Angebot einfach woanders shoppen.

Dazu kommt, dass der Black Friday in Deutschland langsam an Power verliert. Der HDE hatte für Black Friday und Cyber Monday 2025 mit 5,8 Milliarden Euro gerechnet und damit zum ersten Mal seit 2016 mit einem Minus (knapp 2%). Es machen zwar mehr Leute mit, aber jeder gibt weniger aus.

Grafik zu Black-Friday-Kunden und Wiederkaufrate

My 2 Cent:

Ich hab gar nichts gegen Black Friday. Was ich für verbranntes Geld halte, ist Black Friday ohne Plan für die Zeit danach.

Wenn du eh rabattierst, dann sorg wenigstens dafür, dass deine Kunden sich an mehr erinnern als an die 20% im Warenkorb. Zwei Marken machen das richtig gut.

The Ordinary Slowvember Kampagne

The Ordinary: Der Rabatt hat einen eigenen Namen

The Ordinary macht keinen Black Friday, sondern "Slowvember". 2025 lief die Aktion schon zum siebten Mal, mit 23% auf alles, den ganzen November lang, online und im Store. Dazu kommt die Message "Shop Slow", also kauf nur das, was du wirklich brauchst. 2024 haben sie sogar ganzseitige Anzeigen in der New York Times und im Guardian geschaltet, mit der Headline "Don't Rush".

Was ich daran "anders" finde: Den Rabatt gibt's ja trotzdem. Aber er hat einen Namen, eine Story und kommt jedes Jahr wieder. Die Kunden warten mittlerweile richtig darauf, fast wie auf ein kleines Ritual, und das kann keine andere Marke einfach kopieren.

IKEA: Der Vorteil wartet beim nächsten Einkauf

IKEA nennt seine Aktion in Deutschland "Freuvember", und 2025 gab's vom 21.11. bis 6.12. zusätzlich den "Buyback Friday". Du bringst deine alten IKEA-Möbel zurück, IKEA zahlt dir 20% mehr als sonst, allerdings als Gutschein.

Eigentlich ist das ein ziemlich smarter Wiederkauf-Mechanismus im Nachhaltigkeits-Outfit. Und er klappt, weil Nachhaltigkeit bei IKEA eh schon Thema ist und die Aktion deshalb nicht aufgesetzt wirkt. Im Geschäftsjahr 2025 hat die Ingka Group, also IKEAs größter Händler, 686.500 gebrauchte Produkte zurückgekauft (im Jahr davor waren's 495.000). Und jeder Gutschein davon bringt jemanden wieder in den Laden.

IKEA Buyback Friday Aktion

"Okay, und was mach ich als Dienstleister?"

30% auf Steuerberatung oder einen Brand-Workshop wirkt ehrlich gesagt eher verzweifelt. 😅

Die Idee dahinter kannst du aber trotzdem nutzen: Kümmer dich um die Leute, die schon mit dir arbeiten, anstatt mit Prozenten neue Kunden anzulocken.

Zum Beispiel so:

✅ Bonus für Bestandskunden: ein Extra-Termin, ein kleines Audit oder ein Check-up zum Jahresende. Kostet dich ein bisschen Zeit, deine Preise bleiben aber, wo sie sind.

✅ Preise fürs neue Jahr sichern: Wer bis Ende November bucht, bekommt für Q1 noch die aktuellen Konditionen. Super Nebeneffekt: Dein Januar ist schon gefüllt.

✅ Empfehlungen belohnen: Wenn dich jemand weiterempfiehlt, bekommen beide was. Im Prinzip ist das IKEAs Gutschein-Idee in der Dienstleister-Version, weil der Vorteil direkt zum nächsten Auftrag führt.

Was du in vier Wochen noch hinbekommst

Black Friday ist am 27. November. Ein komplettes Rebranding schaffst du bis dahin natürlich nicht mehr, aber das hier geht auf jeden Fall noch:

  1. Gib deiner Aktion einen Namen. Der muss keinen Award gewinnen. Er sollte nur zu deiner Marke passen, damit du ihn nächstes Jahr wieder benutzen kannst.
  2. Leg was ins Paket, das nichts mit dem Rabatt zu tun hat, zum Beispiel eine kleine Karte, einen Tipp zur Anwendung oder ein paar Sätze darüber, wer ihr seid. Beim Auspacken merkt dein Kunde zum ersten Mal, dass hinter dem Deal eine Marke steckt.
  3. Lass deine Bestandskunden zuerst rein. 48 Stunden Early Access für alle, die schon mal bei dir gekauft haben, kostet dich nix und fühlt sich für die Kunden richtig exklusiv an.
  4. Mach aus dem Rabatt einen Comeback-Gutschein. Gib die 20% lieber auf den nächsten Kauf ab Januar, statt sie direkt abzuziehen.
Black-Friday-Aktion passend zur Marke planen

Und nach dem Black Friday? Kunden aufwärmen!

Die meisten Marken schicken nach dem Deal genau eine Mail, und zwar den nächsten Deal. So erziehst du dir genau die Kunden, die in der Ometria-Statistik auftauchen.

Besser läuft's zum Beispiel so:

Woche 1: Bedank dich und zeig, wie dein Kunde das Produkt oder den Service am besten nutzt, ganz ohne Verkauf. Gerade die ersten Newsletter müssen richtig sitzen!

Dezember: Erzähl, wer ihr seid, wie ihr arbeitet und was euch anders macht. Ab hier bist du für deine Kunden mehr als der Shop mit dem guten Deal.

Januar: Jetzt greift der Comeback-Gutschein, und dazu kommt eine ehrliche Frage: "Wie läuft's?"

Als Dienstleister machst du's genauso, nur persönlicher. Ein kurzer Anruf im Januar bringt dir mehr als jede automatisierte Mail.

Also: Black Friday mitmachen ist völlig okay, aber plan den Tag danach gleich mit. Wie läuft das bei dir, machst du dieses Jahr mit oder setzt du aus?

stay bullish 🔥
Chantalle

P.S. Du planst gerade deinen Black Friday und bist unsicher, ob er zu deiner Marke passt? Schreib mir deine Idee in 2 bis 3 Sätzen, ich geb dir ehrliches Feedback. ✉️ chantalle@boredbrands.studio

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